Basilika St. Margareta

St. Margareta

Abseits des geschäftigen Treibens der Mode-, Messe- und Landeshauptstadt Düsseldorf steht inmitten des östlichen Stadtteils Gerresheim einer der bedeutendsten Kirchenbauten des Rheinlands aus der Übergangszeit von der Romanik zur Gotik: die staufische Pfeilerbasilika St. Margareta.

Ob man von Süden oder Westen aus der Düsseldorfer Innenstadt heraufkommt oder von Norden und Osten herunterfährt, immer sieht man den Turm der Basilika über Gerresheim schweben. Von Ferne gibt der Turm der Basilika die Orientierung an: auf dem Weg zur Basilika, auf dem Weg durch unser Leben, auf dem Weg zu Gott.

Geschichte

Vermutlich im Jahre 1236 geweiht, gehörte die Basilika für Jahrhunderte zum hochadeligen Stift Gerresheim, das 870 erstmals urkundlich erwähnt wird. Stift und Stiftskirche standen unter dem Patrozinium des Heiligen Hippolyt.

Im 13. und 14. Jahrhundert erreichte das Stift den Höhepunkt seiner wirtschaftlichen und klerikalen Macht. Es verfügte über zahlreiche Besitzungen und Einkünfte aus dem gesamten Rheinland. Reichtum und Bedeutung des Stifts fanden in der Errichtung der Basilika unter der Kunst liebenden Äbtissin Guda von Berg (1214-1231) ihren Ausdruck.

Im 15. Jahrhundert begann der innere und äußere Niedergang des Stifts. Gerresheim wurde landesherrliches Territorium, die Pflicht der Stiftsdamen zur Anwesenheit wurde mehr und mehr ausgehöhlt. 1568 zerstört eine Feuersbrunst weite Teile von Gerresheim.

Bis ins 18. Jahrhundert diente die Basilika ausschließlich den Stiftsdamen als Gotteshaus. Die Gemeinde feierte ihre Gottesdienste in einer kleinen, südlich gelegenen Kirche Sankt Margareta, in der die Gebeine des seligen Gerrich aufbewahrt wurden. Ab 1790 fanden die Pfarrgottesdienste in der Stiftskirche statt, die 1810 der Gemeinde endgültig übereignet wurde; die alte Pfarrkirche musste 1892 abgerissen werden.

Im Zuge der Säkularisation wurde das Stift 1803 aufgehoben, blieb allerdings noch bis 1806 bestehen. Nachdem die ehemalige Filiale Eller bereits im 17. Jahrhundert die Pfarrrechte erhalten hatte, wurde nun St. Cäcilia aus dem Verband der Gemeinde Gerresheim gelöst und zur selbstständigen Pfarre erhoben.

Mit der industriellen Revolution und der Ansiedlung verschiedener Industriebetriebe erlebte der Düsseldorfer Osten im 19. Jahrhundert eine Bevölkerungsexplosion. Es entstanden zwei neue Gemeinden: St. Katharina in Vennhausen und St. Ursula in Grafenberg. Im Jahre 1909 erfolgte die Eingemeindung von Gerresheim nach Düsseldorf.

Nach einer vorübergehenden Belebung des kirchlichen Lebens in der Zwischen- und Nachkriegszeit ist auch im Düsseldorfer Osten seit Mitte des 20. Jahrhunderts ein fortschreitender Prozess nachlassender kirchlicher Bindungen zu beobachten. Die Kirche reagiert auf diese Veränderung mit der Bündelung ihrer Kräfte. So bildeten die Gemeinden in den Stadtteilen Gerresheim, Grafenberg, Hubbelrath, Knittkuhl, Tannenhof und Vennhausen im August 2007 den Seelsorgebereich "Niederbergisches Tor". Anfang 2011 fusionierte der Seelsorgebereich zur Gemeinde St. Margareta mit den Kirchen St. Cäcilia, St. Katharina, St. Margareta, St. Maria vom Frieden, St. Reinold, St. Ursula und St. Viktor.

Kunst und Architektur

Das Äußere

Das Äußere der Basilika besticht durch die schlichte Formgebung und die Einheitlichkeit ihrer Architektur.

Die Westfassade mit dem erhöhten Mittelschiff und den niedrigen Seitenschiffen zeigt die typische Form der Basilika, bekrönt durch den zweigeschossigen, achteckigen Turm mit seinem spitzen Faltdach - der unverkennbare, weithin sichtbare Mittelpunkt des alten Ortskerns von Gerresheim. Im Gegensatz zum äußeren Erscheinungsbild zeigt der Innenraum den ganzen Formen- und Farbreichtum der rheinischen Spätromanik.

Der Wandaufbau überwindet die für die Romanik charakteristische Schwere und Strenge der Baumassen und nähert sich den Bauformen der Gotik an.

Sakrale Kunst

gnadenstuhl

Die Ausstattung von Sankt Margareta enthält zahlreiche bedeutende Werke sakraler Kunst.

Kunsthistorisch sehr bedeutsam ist die Ausmalung der Apsis aus der Zeit der Erbauung. Im Gewölbezentrum ist die Dreifaltigkeit Gottes in Form des “Gnadenstuhls” zu sehen: Der thronende Gottvater hält vor sich den gekreuzigten Christus, zwischen beiden die Taube als Symbol des Heiligen Geistes, gerahmt von den vier Evangelisten. Der “Gerresheimer Gnadenstuhl” gilt als der früheste in der deutschen Monumentalmalerei.

 

Ottonisches Kruzifix

Noch aus dem Vorgängerbau stammt der überlebensgroße Kruzifixus hinter dem Altar. Das über zwei Meter hohe Bildwerk dürfte um 960 gefertigt worden sein und zeigt noch heute Reste der ursprünglichen Bemalung. Auffallend sind die geringe Modellierung des Körpers und die weichen Züge des Antlitzes. Bei Hippolyt, dessen Patrozinium das Stift Gerresheim lange getragen hat,  findet sich zum ersten Mal die großartige theologische Aussage: „Er hat sterbend die Arme ausgebreitet am Holze des Kreuzes.“

„Es steht das Kreuz, während die Welt sich dreht“

Das Triumphkreuz in der Gerresheimer Basilika

Aus einer Betrachtung von Monsignore Wilhelm Terboven

Kruzifix

Aus theologischen Gründen ist der Gerresheimer Kruzifixus überdimensioniert. Die unfassbare Dimension des Kreuzes, das bis an die Grenzen der Erde reicht, wird durch dieses einzigartige Kunstwerk ausgedrückt. Der heilige Isidor von Sevilla, gestorben 634, sagt: „Der Gekreuzigte reicht bis an die Enden der Erde.“ Der Corpus ist mit 2,10 Meter überlebensgroß. Die Arme haben eine Spannweite von 1,40 Meter. Die Gläubigen, die vor diesem Kreuz beten und die Eucharistie feiern, seit über 1000 Jahren - das Alter des Kreuzes wird nach den neuesten Untersuchungen auf das Jahr 960 geschätzt - dürfen sich sagen, dass der Gekreuzigte in Freude und Leid sie in seine Arme nimmt. Wer einen Menschen, sei es ein Kind oder einen Erwachsenen, in seine Arme holt, der drückt ihn notwendig auch an sein Herz.

Das geneigte Haupt, das Johannesevangelium spricht ausdrücklich davon, dürfen wir auch deuten als die Zuneigung Gottes in Jesus Christus zur sündigen Menschheit. Er schaut nach rechts, wo üblicherweise Maria, Typos der Kirche, unter dem Kreuz steht. Es lässt sich nicht eindeutig ausmachen, ob die Augen Christi geschlossen oder ein wenig geöffnet sind. Bei anderen Kreuzen zeigen die geöffneten Augen an, dass der Gekreuzigte zwar gestorben ist, aber lebt. Der Logos, das Wort des Vaters, der ewige Sohn, lebt.

In Gerresheim sKruzifixteht das Kreuz hinter dem Altar, der aus der Gründungszeit des Gotteshauses stammt, das 1236 eingeweiht wurde. Die Kunsthistoriker sind sich nicht einig, ob dies der ursprüngliche Platz ist, denn in der Regel standen die Kreuze auf einem Querbalken in der Vierung oder hingen an Seilen aus dem Gewölbe herab.

Thietmar von Merseburg, gestorben 1018, weit gereister Bischof und Kunstkenner, hat im Kölner Dom, wie Wilhelm Jordan berichtet, das Gerokreuz gesehen und gesagt: „Das Kreuz steht in der Mitte.“ Diese Formulierung ist nicht ganz eindeutig, stand es auf dem Boden des romanischen Domes oder auf einem Holzbalken in der Vierung?

Für unsere Betrachtung ist wichtig, was Bruno der Kartäuser, gestorben 1101, über sein erstes Kloster in den französischen Westalpen geschrieben hat, sinngemäß übersetzt: „Es steht das Kreuz, während die Welt sich dreht.“ Ein zeitgenössischer Kartäuser hat gesagt, dass Bruno nicht ein stilles Sich-Drehen meint, sondern eine Art Torkeln.

Es trifft sich gut, dass sich in St. Margareta die im späten neunten Jahrhundert nach Gerresheim gebrachten Reliquien des heiligen Hippolyt befinden, der viele großartige theologische Aussagen machte, unter anderem: „Jesus Christus ist das der Welt zugewandte Gesicht Gottes.“ Und der einzigartige Kruzifixus an einem Ort vereint die Gläubigen zur Nachdenklichkeit und regt zum Gebet an.

Es gibt also nicht nur in der Hohen Domkirche das weltbekannte Gerokreuz, das in etwa aus der gleichen Zeit stammt, sondern fast am Rande unseres Erzbistums ein Kreuz, das vermutlich von Erzbischof Gero zur Weihe des romanischen Vorgängerbaus der heutigen Basilika den Gerresheimer hochadligen Stiftsdamen geschenkt wurde.

 

Monsignore Wilhelm Terboven ist Subsidiar in St. Antonius, Düsseldorf-Oberkassel. Er war lange Jahre Pfarrer an St. Margareta in Düsseldorf-Gerresheim.

 

Glasmalerei

von Dr. Dörthe PittermannApsis

"Gott ist Licht und in ihm ist keine Finsternis. Im Licht leben bedeutet Gemeinschaft mit Gott zu haben" (1. Johannesbrief).


Seit Abt Suger von St. Denis in die Wände seiner Kirche große Glasfenster einbauen ließ (ab 1137), ist in den nun entstehenden gotischen Kirchen das Licht in immer stärkerem Maße ein Mittel der Verkündigung geworden. Nicht nur das Licht selbst und seine Farben, sondern auch die inhaltliche Gestaltung der Fenster wurden in diesen Dienst gestellt. Herrliche Bilderzyklen entstanden, z.B. die Bibelfenster im Kölner Dom. Die Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen wird so selbst zur Lichtquelle, die den ganzen Kirchenraum mit wunderbaren Farben erfüllt und die Glaubenden erleuchtet. In den Farben war den mittelalterlichen Menschen die Pracht der Edelstein geschmückten Mauern des himmlischen Jerusalem gegenwärtig. Die undarstellbare Herrlichkeit Gottes scheint in der Schönheit des farbigen Lichtes auf, das so zur Gotteserfahrung wird.

Mit dem Beginn der Neuzeit ändert sich die Konzeption des Kirchenbaus, und im Barock gelten die meist zartgrauen Fensterscheiben nur mehr als Lichtquelle zur Beleuchtung des Kircheninneren. Erst mit dem Historismus und seinem Rückgriff auch auf die Gotik kommt die Farbverglasung wieder in die Kirchen zurück, um nach dem zweiten Weltkrieg eine wahre Blüte zu erleben. Dabei mögen zwei Gründe die Ursache sein, zum einen ein großer kriegsbedingter Erneuerungsbedarf, zum anderen aber auch sicherlich der Wunsch, über die Glasmalerei eindrucksvolle zeitgemäße Bilder unseres Glaubens in die Kirchen holen zu können.

Wenn auch unser Bildverständnis inzwischen ein ganz anderes als in der Zeit der Gotik geworden ist, so sollten wir doch nicht vergessen, dass in jedem Bild eine Botschaft steckt. Sie zu entdecken und sich auf sie einzulassen, dazu soll dieser Text einladen, der die figürlichen Fenster von St. Margareta in Chor, Quer- und Seitenschiffen samt dem Westfenster beschreibt.

Über die historische Verglasung der Stiftskirche vor 1900 ist nichts bekannt. Bei der Planung der Neuverglasung in den fünfziger Jahren ging es darum, ein einheitliches Thema zu finden, wobei erhaltene Fenster zeitgleicher Kirchen des Rheinlands zur Orientierung herangezogen wurden. So entschied man sich, den Kanon der römischen Messe abzubilden (GL 367), ein Thema, das auch einen deutlichen Bezug auf den Gnadenstuhl im Gewölbe der Apsis hat.

Der Vorschlag zur Gestaltung der Fenster stammt von Prof. Dr. Schnitzler, Köln. Mit der Ausführung wurde der damals noch recht junge Hermann Gottfried (*1929) beauftragt, der seitdem zahlreiche Fenster und Fresken in Kirchenräumen geschaffen hat. U. a. stammen von ihm die Ausmalung der Konchen in St. Aposteln, Köln sowie in Düsseldorf Fenster in Alt-St. Martin und in St. Hubertus, Itter. Eingesetzt wurden die Fenster von 1959 bis 1964.
Apsis
Hermann Gottfrieds Anliegen ist das Sichtbarmachen der Herrlichkeit Gottes inmitten seiner Engel und der Heiligen, die er als Begleiter und Trost auf unserer eigenen Pilgerschaft in den Bedrängnissen des Lebens versteht. Durch die Art seiner Darstellung eröffnet Gottfried dem Betrachter Wege zum Heilsgeschehen, die über eine rein verbale Vermittlung weit hinausgehen. Die Figuren sind körperhaft gestaltet, Gesichter und Hände überlängt, wodurch Richtungen im Sinne von Bewegung betont werden können. Auffallend (insbesondere bei den Heiligendarstellungen in den Fenstern der Seitenschiffe) ist die Gestaltung der Augen. Sie verweisen in das Innere des Betrachters selbst.

 

Die Chorfenster

Die Darstellung des Messkanons beginnt im unteren Teil des mittleren Chorfensters. Hier wird das letzte Abendmahl abgebildet. Am Kopfende des Tisches sitzt Christus, an seiner Schulter ruht das Haupt des Jüngers, den er liebte, Johannes. Die übrigen Apostel sitzen um ihn herum, Brotlaib und Kelch sind zu sehen und an der unteren Tischhälfte auch Judas, sein Gesicht abgewandt vom Geschehen. Während die ganze Tischgemeinschaft in lichten Apsis linksGrautönen gehalten ist und damit sehr hell, geradezu "erleuchtet" erscheint, ist das Gesicht des Judas blau verdunkelt. Er hat sich bereits aus der Gemeinschaft der im Licht Lebenden abgesondert. Durch die vertikale Anordnung des Tisches, durch Haltung, Gestik und auch die Blickrichtung vieler Apostel wird das Auge des Betrachters auf Christus als Zentrum des Geschehens und dann weiter in die Höhe verwiesen. Hier findet die himmlische Liturgie statt, wie sie in der Offenbarung des Johannes beschrieben ist. Man kann einen goldenen Thron ahnen, und sieht das apokalyptische Lamm, aus dessen Wunde sich ein lichter Strahl ergießt als Wasser des Lebens. Dieser Bildbereich ist der farbigste der drei Chorfenster und in seiner Farbigkeit Abbild des himmlischen Jerusalem. Das Rot als vorherrschende Farbe ist ein Zeichen der Machtfülle Gottes. Auch Blau (s.u.) und Grün sowie Gold für das göttliche Licht werden verwendet. Thron und Lamm haben inhaltlich einen direkten Bezug zum Gnadenstuhl im Gewölbezwickel.

Im linken Chorfenster ist die Feier der irdischen Messe zu sehen. Aus der Welt der Menschen heraus (ihre Häuser sind im Vordergrund zu sehen) erhebt der Priester vor dem Altarkreuz die Schale: Dich, gütiger Vater, bitten wir durch deinen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus: Nimm diese heiligen makellosen Opfergaben an und segne Apsis rechtssie. Skizzenhaft ist die ihn umstehende Gemeinde angedeutet. Darüber schweben Engel, wenig körperhaft, vor allem Kopf, Flügel und dazu Hände als Zeichen ihrer tätigen Mithilfe, die die Opfergaben aufnehmen, so wie es im römischen Kanon heißt: Dein heiliger Engel trage diese Opfergabe auf deinen himmlischen Altar vor deine göttliche Herrlichkeit. Damit wird auf den ewigen Thron Gottes im oberen Teil des Mittelfensters verwiesen. Schön ist im linken Chorfenster der Farbwechsel zwischen irdischer und himmlischer Welt. Unten sind die vorherrschenden Farben neben zarten Grautönen Rot und Braun. Oben finden wir abgestufte Blautöne. Blau ist die Farbe des Himmels und steht für die Treue Gottes (hier sei an den blauen Mantel der Gottesmutter Maria in zahlreichen Bildern erinnert).

Auf dem rechten Chorfenster tragen die Engel die Gnadenströme des eucharistischen Opfers in die Schöpfung zurück, angedeutet als Quell, der als Wasser des Lebens die Schöpfung lebendig macht und reiche Frucht bringen lässt (beispielhaft vertreten durch Ähren und Früchte). Mensch, Tiere und Pflanzen sind zu sehen: Erfülle uns mit aller Gnade und allem Segen des Himmels.

 

Die Rundfenster tl_files/images/margareta/Quer_Nord_internet2.JPG

In den Rundfenstern der Nord- und Südseite der Querschiffe wird das Thema des Messkanons weitergeführt. Auf der Nordseite über dem Chorgestühl sehen wir den leidenden, den auferstehenden und den himmelfahrenden Christus: Wir verkünden sein Heil bringendes Leiden, seine Auferstehung von den Toten und seine glorreiche Himmelfahrt.

Während der dornengekrönte Christus sein blutendes Haupt neigt, wird in Auferstehung und Himmelfahrt die nach oben weisende Richtung des Geschehens auch im Bild betont. Auch die Farbgebung verdeutlicht das Geschehen: braun der irdische Leib Jesu und je nach Lichteinfall auch dunklere Farbtöne, die an die Verdunkelung des Himmels bei der Passion erinnern. Bei der Auferstehung entsteigt die Lichtgestalt Christi der Schwärze des Grabes, rote Tücher des Triumphes, grüne Tücher der Überwindung des Todes umgeben ihn. Im obersten Bild sehen wir Christus verklärt auffahren in das ewige Licht.

Auf der Südseite erscheinen die drei alttestamentlichen Vorbilder des Opfers Christi, das Opfer Abels, ganz von der Orgel verdeckt, dann das Opfer Abrahams. Abraham hält bereits das Opfermesser in der Hand. Dazu sieht man den Holz tragenden Isaak, eine Darstellung, die als Vorläufergeschehen der Kreuztragung Christi gilt. Ein Engel überbringt die Botschaft Gottes und verhindert die Opferhandlung im letzten Augenblick. Ganz oben ist schließlich das Opfer Melchisedechs bei der Rückkehr des siegreichen Abraham zu sehen. Alle drei Opferszenen werden im Messkanon zitiert: Blicke versöhnt und gütig darauf nieder und nimm sie an wie einst die Gaben deines gerechten Dieners Abel, wie das Opfer unseres Vaters Abraham, wie die heilige Gabe, das reine Opfer deines Hohenpriesters Melchisedech. Etwas weiter heißt es dann: Auch uns, deinen sündigen Dienern, die auf deine reiche Barmherzigkeit hoffen, gib Anteil an deinen heiligen Aposteln und Märtyrern,…und mit allen deinen Heiligen. Diese Gemeinschaft der Heiligen wird nun in den Fenstern der Seitenschiffe angerufen. Allerdings sind hier nicht die römischen Heiligen dargestellt worden, die im Kanon der Messe benannt werden, sondern solche, die eine besondere Beziehung zur Stiftskirche haben. So wurden natürlich die Patroninnen der benachbarten Gemeinden bedacht, St Ursula, Grafenberg, St. Cäcilia, Hubbelrath und St. Katharina, Vennhausen. Je näher zum Altar diese Heiligen dargestellt wurden, desto größer war im Mittelalter ihre örtliche Bedeutung. So ist es nicht verwunderlich, dass die erste Heilige des nördlichen Seitenschiffes die heutige Namenspatronin der Stiftskirche, St. Margareta ist.


Die heilige Margareta von Antiochien ist eine legendäre Märtyrerin, die um Fenster Margareta305 enthauptet worden ist. Sie gehört zu den drei Frauen unter den 14 Nothelfern. Die Heilige ist dargestellt mit dem Kreuz als Symbol ihres Glaubens in der einen und einer großen leuchtenden Perle in der anderen Hand, von unten durch einen Drachen als Verkörperung des Bösen bedroht. Margareta heißt "Perle", ist also eine Erklärung zur Heiligen selbst. Die Perle verweist aber auch auf ein Gleichnis für das Himmelreich im Evangelium: "Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen sammelte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß und kaufte sie." (Matth. 13,44). So hat auch die heilige Margareta gehandelt, als sie für ihren Glauben alles hingab, sogar ihr Leben.

Neben Margareta ist die heilige Katharina von Alexandria (der Name bedeutet die Reine) abgebildet, auch sie gehört zu den Nothelfern. Im Mittelalter war sie nach Maria die meist verehrte Heilige. Man erkennt diese Märtyrerin, die um 306 starb, an dem Rad, das hinter ihr als Heiligenschein aufscheint. Der Legende nach ist sie auf das Rad geflochten und schließlich enthauptet worden. Betend hält sie ihre Hände empor.

Im dritten Rosettenfenster ist der Patron des Stiftes, Fenster Hippolyt
St. Hippolyt
: zu sehen. Er war ein bedeutender Theologe, dem Teile des zweiten Hochgebetes zugeschrieben werden (Canon Hippolyti). Er gilt als der erste Gegenpapst der Kirchengeschichte und starb um 236 auf Sardinien in der Verbannung. Im Rosettenfenster wird er mit Mitra, dem Messbuch und, Bezug nehmend auf das Hochgebet, mit einer Hostie dargestellt. Seine Reliquien werden auf der romanischen Hochaltarmensa bewahrt.

Im vierten Rosettenfenster wird der selige Gerrich, Gründer und Erbauer des Stiftes und seiner Kirche, gezeigt. Als Stifter trägt er ein Kirchenmodell in seiner rechten, als Ritter das Schwert in der linken Hand.

Im fünften Fenster findet sich die heilige Gertrud von Nivelles, die große Heilige des Maaslandes und Helferin des heiligen Foillan. Sie war Äbtissin des von ihrer Mutter begründeten gleichnamigen Klosters (gest. 659). Ihr großer Einsatz in Fürsorge und Pflege der Kranken ließ sie Namensgeberin vieler Krankenhäuser werden. Da nach der Legende ihr Gebet Mäuse vertrieb und damit die Ernte rettete, wurde sie Patronin der Feldfrüchte. Sie ist hier als Äbtissin mit Schleier und Brustkreuz zu sehen, mit einer kleinen Maus und Früchten an der Seite. Die Lilie im Bild kann Zeichen ihrer Jungfräulichkeit, aber auch ihrer hohen Geburt sein.

Letzter Heiliger des linken Seitenschiffes ist Heinrich II., der mit seiner Gemahlin Kunigunde Stifter des Bamberger Domes ist. Als Kaiser Fenster Cäciliawird er mit den Insignien seiner Macht, Krone, Zepter und Reichsapfel sowie dem Schwert abgebildet. Er mag ein Verweis darauf sein, dass das Stift St. Hippolyt ursprünglich den Frauen des Hochadels vorbehalten war. Als Zeichen seiner kaiserlichen Machtfülle ist der Hintergrund des Bildes rot gehalten.

Die rechte Seite der Rosettenfenster beginnt orgelnah mit der heiligen Cäcilia, die die Patronin der Kirchenmusik ist (ihr Name ist ein römischer Familienname). Auch sie ist eine Märtyrerin, die um 230 starb. Sie gehört zu den Heiligen, die im römischen Kanon angerufen werden. Dargestellt wird sie hier mit einer Orgel und Noten, im Augenblick ihrer Enthauptung.

Das nächste Rosettenfenster zeigt die heilige Ursula (Bedeutung: kleine Bärin), die Patronin Kölns und der Jungfrauen. Der zweitürmige Kölner Dom und die St. Ursula Kirche sind neben der Heiligen zu sehen. Ein zinnoberroter Blutstropfen an ihrer Schläfe verweist auf ihren gewaltsamen Tod durch einen Hunnenpfeil (304 oder 451). Im Stift St. Ursula in Köln fanden die Gerresheimer Stiftsfrauen Zuflucht beim Einfall der Hunnen 919, hier ließen sie die Reliquien des heiligen Hippolyt zurück, als sie wieder nach Gerresheim zurückkehren konnten. Erst 1953 wurden die Gebeine des Heiligen wieder in die Stiftskirche nach Gerresheim übertragen.

Pfeile durchbohren auch den heiligen Sebastian im Nachbarfenster. Der Legende nach war Sebastian (Bedeutung: der Verehrungswürdige) ein römischer Offizier, der wegen seines christlichen Glaubens den Märtyrertod erlitt (ca. 288). Er war ein beliebter Heiliger des Mittelalters, Patron der Sterbenden und Soldaten und damit der Schützen. Wie der heilige Rochus wurde er als Pestheiliger angerufen.

In dem folgenden Halbrosettenfenster finden wir ein Bild des heiligen Bonifatius (der Wohltäter), des Apostels der Deutschen, u. a. Begründer der Bistümer Fulda, Erfurt und Passau. Vor 1250 Jahren begab er sich mit seinen Gefährten zu einer letzten Missionsreise nach Friesland. Dort ist er erschlagen worden (754). Die Legende erzählt, er habe versucht, sich mit dem Evangelium vor dem Schlag zu schützen. Dieser Augenblick ist im Glasfenster festgehalten. Sein Leichnam ist im Dom von Fulda bestattet, das Grab zu einer berühmten Wallfahrtsstätte geworden.

Das letzte Fenster der Südseite zeigt den heiligen Suitbert (der Glänzende), den Apostel des bergischen Landes. Ausgebildet in York, kam er mit 12 Gefährten als Glaubensbote unter Willibrord nach Deutschland. 713 ist er in Kaiserswerth gestorben. Er ist als Bischof abgebildet, hinter seinem Krummstab leuchtet der Stern auf, der seiner Mutter einst verkündet hatte, dass dieser Sohn zwei Ländern das Evangelium bringen würde.

 

Die Erzengelfenster Fenster Engel

Die Fenster an der Westfassade sind den drei Erzengel gewidmet. Wenn im mittelalterlichen Denken die Kirche als Ort der Gottesbegegnung ein Stück des zur Erde herabgekommenen Himmels war, dann war die Westseite der Kirche der Ort des Übergangs in die irdische Welt. Da ist es nicht verwunderlich, wenn hier Engel als Wächter und Gotteskämpfer abgebildet wurden, zum Schutz des Kirchenraumes und als Zeichen der Hoffnung für den Menschen. Mit der Zusage Gottes, nicht allein gelassen zu werden, kann der Christ so den Kirchenraum verlassen. Engel sind Chiffren für den sprechenden Gott, wobei die drei Erzengel für die Art und Weise stehen mögen, in der Gott durch den Menschen erfahren werden kann: im Hören des Wortes, im Beistand in der Gefahr, als Wegbegleiter zum Heil. Im mittleren Fenster, dem höchsten, ist Michael (wer ist wie Gott?) dargestellt. Gewaltige Flügel betonen bei ihm und den beiden anderen Erzengeln die Engelsnatur und damit ihre Sendung. Man fühlt sich an den 91. Psalm erinnert: "Denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen. Er beschirmt dich mit seinen Flügeln, unter seinen Schwingen findest du Zuflucht." Michael ist Gottesstreiter und Begleiter des Menschen im Tod zugleich. Über ihm ist ein Schwert zu sehen, Zeichen seiner Macht und seines Richteramtes. In der Hand trägt er die Seelenwaage, mit der er am Tag des Jüngsten Gerichts die Gerechten von den Sündern trennen wird. Zu seinen Füßen ist der apokalyptische Drache zu sehen, ganz von Rot umgeben.

Im linken Fenster ist Gabriel (Stärke Gottes) als Gottesbote dargestellt. Er trägt als Zeichen seiner Vollmacht den Lilienstab in der linken Hand und hat die Rechte sprechend erhoben, die Gottesbotschaft überbringend. In dem kleinen Bild zu seinen Füßen ist dann auch die Verkündigung an Maria wiedergegeben.

Ganz rechts ist der Erzengel Rafael (Gott heilt) abgebildet. Im Buch Tobit wird erzählt, wie der junge Tobias (Gott ist gut) aufbrechen will, um seinem kranken Vater Heilung zu verschaffen. Dazu sucht er einen Begleiter. Gott schickt ihm Rafael, der sich den Namen Asarja (Gott hilft) gegeben hat und unerkannt mit Tobias reist. "Ich kenne den Weg", versichert er dem jungen Tobias. Auf den Rat des Engels hin schneidet Tobias aus einem Fisch die Galle heraus, um sie dem Vater als Heilmittel zu bringen. Auf dem Glasfenster ist der Fisch an der Hand Rafaels gut zu erkennen. Zu Füßen des Engels sieht man Rafael und den jungen Tobias auf der Reise, erkenntlich an dem dicken Wanderstab. Als Asarja am Ende der Reise belohnt werden soll, gibt er sich als Gottesbote und Engel zu erkennen: "Ich bin Rafael, einer der sieben heiligen Engel, die das Gebet der Heiligen empor tragen und mit ihm vor die heilige Majestät Gottes treten. Preist Gott in Ewigkeit!"

Farbglasfenster bringen das Tageslicht auf eine besondere Weise zum Leuchten. Es lohnt sich, die Fenster an sonnigen Tagen zu betrachten. Die Chorfenster sind am Vormittag besonders gut beleuchtet, die Westfenster entsprechend am Nachmittag. So wie das Licht im Laufe des Tages und des Jahres nie ganz gleich ist, so sind es auch die Fenster nicht. Je nach Tages- und Jahreszeit können sich daher immer wieder neue Eindrücke ergeben.

Für eine genaue Betrachtung der Fenster kann der Einsatz eines Fern- oder Opernglases sehr hilfreich sein.

 

Literatur:

M. Bunte, Gedichte sind gemalte Fensterscheiben, Nachbarn

F. Hofmann, Das Münster 1, 1982, S.1 ff.

W. Terboven, Gerresheim und seine Basilika, S. 196 ff.

Schatzkammer

Schatzkammer St. Margareta

Schatzkammer

Der Kirchenschatz bietet mit seinen wertvollen Reliquien, Textilien und Geräten für den Gottesdienst einen lebendigen Einblick in die 1150-jährige Liturgie- und Frömmigkeitsgeschichte der katholischen Kirche im Düsseldorfer Osten.

Der Kirchenschatz befindet sich in einem südöstlichen Seitenraum der Kirche neben der Orgel und kann nach Terminabsprache unter der Telefonnummer 0211-289330, besichtigt werden.

Ausstellung

SchatzkammerDie Schatzkammer wurde im März 2013 eröffnet und ist ein Aufbewahrungsort. Der Bestand setzt sich aus Schenkungen aller Art zusammen. Ein Gang durch den Raum ermöglicht den Einblick in mehr als 930 Jahre Stiftsgeschichte des vornehmen, hochadeligen und freiweltlichen Damenstifts St. Hippolyt und in mehr als 200 Jahre Geschichte der Pfarrgemeinde St. Margareta.

Zu den herausragenden Objekten zählen neben den Reliquien liturgische Geräte und Gewänder vom 10. bis 19. Jahrhundert. Höhepunkt ist das Gerresheimer Evangeliar, ein Codex aus den Jahren 1020-1040.

Die Schatzkammer ist durch die Kölner Künstlerin Ingrid Bussenius als Sakristeiraum gestaltet. Dabei ist darauf geachtet, frömmigkeitsgeschichtliche und gottesdienstliche Zusammenhänge deutlich zu machen.

Blutsreliqie

BlutsreliquieDie Blutsreliquie ist ein Geschenk, das Kreuzritter Arnold von Eller 1319 dem Damenstift Gerresheim machte. Bei der Reliquie handelt es sich um Steinchen vom Berg Golgatha, die der Überlieferung nach mit dem Blut Christi getränkt sind. Die Reliquie befindet sich in einer filigranen gotischen Monstranz, die um 1420 geschaffen wurde.

Kataloge und Bücher im Pfarrbüro erhältlich

EvangeliarBesser als Silber und Gold, Ausgewählte Stücke des Gerresheimer Kirchenschatzes.
Beate Johlen-Budnik, Andrea von Hülsen-Esch ( Hg.),
klartext-Verlag.
Essen 2013.
ISBN 978-3-8375-0935-9
9.95 Euro

Die Geschichte vom verschwundenen Schatz
Siegrid Hirsch, Beate Johlen-Budnik, Yvonne Schauch.
Timon und Andrea Osche (Gestaltung).
Würzburg 2013.
kostenfrei

Realisierung

Finanziert wurde die Schatzkammer durch Spenden über die Bürgerstiftung Gerricus

Logo Bürgerstiftung Gerricus

Innensanierung 2025-26

Sanierung der Basilika

Seit Januar 2025 ist die Basilika St. Margareta  wegen einer notwendigen Innensanierung bis zum Frühjahr 2026 komplett geschlossen. Die hauptsächlichen Bauarbeiten sind:

  • Neugestaltung und räumliche Neuordnung v.a. des Eingangsbereiches
  • Denkmalgerechte Restaurierung der Figuren und Ausstattungsgegenstände
  • Risssanierung und Putzarbeiten der Wand- und Gewölbeflächen
  • Reinigung aller Wand- und Gewölbeflächen und Architekturglieder
  • Lasierender Anstrich der monochromen Flächen
  • Erstellung eines neuen Ausleuchtungskonzeptes mit Erneuerung der Beleuchtungskörper in LED-Technik, Szenensteuerung durch Dali-Technik
  • Erneuerung der medialen Ausstattungsmöglichkeiten für Ton und Bild
  • Klimatechnik - energetische Verbesserung: ergänzende Heinzleistung durch Luft-Wasser-Wärmepumpe

Im Pressestatement unserer Architekten Dewey + Blohm-Schröder (vom 13.01.2026) sind alle Informationen zusammengefasst.

Hier haben wir für Sie chronologisch geordnet einmalige Fotos vom Fortgang der Sanierungsarbeiten und vom Aussehen des Innenraumes gesammelt. Über unsere Social-Media-Accounts bei Instagram und Facebook erhalten Sie auch innerhalb der Woche die neuesten Informationen rund um die Bauarbeiten.

         

 

Patrone Hl. Margareta und Hl. Hippolyt

Margareta von Antiochien

margareta

Margareta (griech.: die Perle) - in der Ostkirche ist Marina der gebräuchliche Name - ist eine legendäre Märtyrerin. Sie soll um das Jahr 300 in Antiochia in der heutigen Türkei gelebt haben. Über ihr Leben und Martyrium gibt es verschiedene Überlieferungen. Gemein ist diesen Traditionen, dass sich Margareta den Nachstellungen des römischen Stadtpräfekten erwehren musste. Als sie sich weigerte, seine Frau zu werden und ihrem Glauben zu entsagen, wurde sie öffentlich gefoltert, wobei Margareta unverletzt blieb und freimütig ihren Glauben bekannte. Das Volk war von diesen Wundern dermaßen beeindruckt, dass die Menschen sich offen zum Christengott bekannten. Margareta wurde daraufhin in den Kerker geworfen, wo Gefahren anderer Art auf sie warteten: dämonische Versuchungen, Teufelserscheinungen, wie sie auch der heilige Antonius zu erleiden hatte. Ein ins Verließ geschmuggeltes Kreuz und der starke Glaube halfen ihr jedoch standhaft zu bleiben. Dafür bezahlte sie mit dem Tod durch Enthauptung. Kurz vor ihrem Tode verspracht sie allen, die sie  in der Todesstunde anrufen werden, Befreiung vom und Sieg über den Versucher.

Seit frühester Zeit ist die ununterbrochene Verehrung der heiligen Margareta im griechischen Orient, vor allem in Alexandrien und Antiochien nachgewiesen. Seit dem 5. Jahrhundert hat Margareta dort ihr Fest am 17. Juli. Für den Westen wurde ihr Namen in Litaneien ab dem 7. Jahrhundert nachgewiesen, Verehrung genoss sie bei den Langobarden. In Leyden ist ihr seit 966 eine Pfarrkirche geweiht. Ihr Leichnam wurde 908 von Antiochien nach Italien überführt, zunächst nach S. Pietro della Valle am Lago Bolsena, 1145 fand er seine endgültige Kultstätte in Montefiascone. Bedeutende Reliquien gelangen von dort 1213 nach Venedig.

Margareta war eine der "Stimmen", von denen Jeanne d'Arc geführt wurde. Mit Barbara und Katharina von Alexandria gehört sie zu den beliebten Nothelferinnen; zusammen mit Dorothea sind sie die vier "Virgines capitales", "die wichtigsten Jungfrauen". Für Bauern begann am Margaretentag früher die Ernte.

Gedenktag: 20. Juli

Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon, Biographisch-Biliographisches Kirchenlexikon

 

Hippolyt von Rom

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Der Hl. Hippolyt. Skulptur des Bildhauers Heiermann im Brunnengarten von St. Margareta, Düsseldorf

Hippolyt, geboren um 170 in Kleinasien oder Alexandria, war ein einflußreicher Kleriker in Rom und der fruchtbarste griechische Kirchenschriftsteller im Westen, verlor wegen der Latinisierung der römischen Kirche jedoch bald an Bedeutung. Aus sozialen und theologischen Gründen lehnte er Callistus I. ab, der 217 römischer Bischof wurde,  und ließ sich von seinem Anhängern zum Gegenbischof wählen. Damit wurde Hippolyt zum ersten 'Gegenpapst', und blieb es auch noch unter den Pontifikaten von Urban I. und Pontianus. 235 wurde er im Zuge der Christenverfolgungen durch den römischen Kaiser Maximus Thrax zusammen mit Pontianus ins Exil nach Sardinien vertrieben, wo beide im Bergwerk arbeiten mussten. 235 dankten beide ab, versöhnten sich und starben - wohl an den Strapazen - in der Verbannung.

Hippolyts Werk "Widerlegung aller Häresien", verfasst nach 222/223, dient noch immer als historische Quelle zum Verständnis des Gnostizismus. Er verfasste auch eine umfassende Schrift zur Organisation der Kirche sowie einen Kommentar zum Buch Daniel, den ältesten vollständig erhaltenen christlichen Kommentar zur Bibel überhaupt.

Von großer Bedeutung war Hippolyt für die Liturgie: das zweite Hochgebet geht in weiten Teilen auf ihn zurück. Es wird heute häufig gebraucht, weil es vergleichsweise kurz ist.

Hippolyt wurde zusammen mit Pontianus am 13. August 236 in Rom beigesetzt. Die Verehrung in Rom ist schon im 4. Jahrhundert nachgewiesen. Über den Verbleib seiner Gebeine gibt es verschiedene Auffassungen: so wird berichtet, sie seien im 18. Jahrhundert nach St. Pilt im Elsass gebracht worden. Der Bonner Theologe und  Kirchenhistoriker Hubert Jedin geht davon aus, dass die Gebeine im 9. Jahrhundert nach Gerresheim übertragen wurden. Als die hochadeligen Stiftsdamen vor den Ungarn im Jahre 919 nach Köln flohen, nahmen sie die Reliquien mit. Dort verblieben sie nach der Rückkehr der Kanonissen für lange Zeit.

1949 bat der Kirchenvorstand von St. Margareta bei der Visitation durch Kardinal Frings, man möge die Reliquien zurück geben. Diesem Wunsch stimmte sowohl der Kölner Erzbischof als auch die römische Kurie zu. So kehrten sie am 9. August 1953 nach Gerresheim zurück, in die Stiftskirche, die nicht mehr den Namen des Heiligen trug, sondern den Namen der alten Pfarrkirche St. Margareta übernommen hat.

Gedenktag: 13. August

Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon, LTHK 2. Auflage, Bd.5, 378-380.

Führungen

Nach der Wiedereröffnung am 15. März 2026 werden wir vermehrt Führungen durch die renovierte Basilika und die Schatzkammer anbieten. Informationen und Termine folgen.

Führungen für Erwachsene: Pastoralbüro St. Margareta Tel.: (0211) 28 93 30

Führungen für Kinder, KiTa-Gruppen und Schulklassen: Pastoralreferent Markus Herz Tel.: 0151 - 72 86 87 24

Kirchenwachen

Ehrenamtliche Kirchenwächter*innen ermöglichen es erst überhaupt, dass die Basilika zum Gebet und zur Besichtigung tagsüber geöffnet bleiben kann. Wenn Sie sich vorstellen können, regelmäßig einmal wöchentlich eine Stunde Kirchenwache zu übernehmen - unabhängig von Ihrer Zugehörigkeit zu einer Kirche oder Glaubensgemeinschaft - dann freuen wir uns über eine Nachricht von Ihnen.