8. Woche 2018

Am vergangenen Mittwoch hat die Fastenzeit begonnen und an diesem Tag gewinnt man manchmal den Eindruck, dass der Aschermittwoch der kleine Bruder von Silvester ist: kein Alkohol, kein Fleisch, keine Schokolade … Es werden viele gute Vorsätze getroffen, deren Einhaltung bei den meisten schon am nächsten Tag nicht mehr gelingt.

Mittlerweile ist Fasten oft schon zu einer Art „Wellness-Fasten“ geworden. Viele hoffen durch das Fasten ihr Gewicht zu reduzieren und nehmen diese Zeit nicht als bewusste Vorbereitung auf das Osterfest. „Wellness-Fasten“ ist dabei manchmal wie Pauschal-Urlaub in einem Club: durchgestylt, aber irgendwie nur synthetisch. Abenteuer sind anders. Ich meine unerwartete Ereignisse, die plötzlich meinen Horizont erweitern, weil sie über mein bisheriges Weltbild hinausgehen.

Vielleicht ist es wieder Zeit etwas mehr zu wagen, ohne immer einen Nutzen für mich zu erwarten. Glaube ist ja auch so etwas wie ein Abenteuer: Denn so ganz sicher bin ich mir letztlich ja nie. Zum Glück, denn erst dadurch werden die Momente möglich, in denen mir plötzlich etwas aufgeht, was ich nie zu hoffen gewagt hätte. Das macht mir Mut zu mehr Offenheit gegenüber dem, was mir die nächsten 40 Tage begegnen könnte. Abenteuer können gefährlich sein, aber das ist schließlich auch ihr Reiz. Begeben wir uns auf das Abenteuer der Umkehr, das Abenteuer der Fastenzeit und lassen uns neu auf diese Zeit ein.

Vielleicht mit den guten Vorsätzen von Aschermittwoch aber vielleicht auch zusätzlich mit der Freude Gott in meinem Leben wieder mehr auf die Spur zu kommen und neu auf sein Wort zu hören „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!“

Ihre

Unterschrift Stephanie Müller, Pastoralreferentin
Stephanie Müller, Pastoralreferentin

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