52. Woche 2016

Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade …

und Terror in Berlin und brutaler Krieg in Syrien mit den Auswirkungen bis Europa – irgendwie passen die Weihnachtsbotschaft und die grausame Wirklichkeit dieser Tage nicht zusammen. Wir erleben das Gegenteil zu der Botschaft der Engel an die Hirten. Die Engel sagen den Hirten: Fürchtet euch nicht. Aber die Furcht vor der Gewalt und vor dem Fremden nimmt zu. Die Wirklichkeit steht gegen das Weihnachtsevangelium. Die glück-selige Stimmung geht nur noch, wenn wir an Heilig Abend den Fernseher auslassen und die Zeitungen nicht lesen, damit deren Bilder nicht das Fest kaputt machen.

Aber wir können doch nicht Weihnachten feiern, wenn wir die Wirklichkeit dieser Welt ausblenden.

Ich will einmal anders herum fragen: Welche Bilder blieben uns denn, wenn wir jetzt nicht Weihnachten feiern? Nur die Bilder der Medien. Die Botschaft des Glaubens von der Menschwerdung Gottes schenkt unserem Blick andere Bilder und hält uns an, Zeichen der Verbundenheit, des Teilens, der Sorge umeinander gerade an Weihnachten zusetzen. Das kleine Kind in der Krippe ist Ausdruck der Hoffnung. Die Besuche an Weihnachten und die Geschenke zeigen, wie Liebe bewegt. Die ADVENIAT-Kollekte ist Zeichen der Solidarität mit dem Einsatz der Kirche für Gerechtigkeit und Menschen-rechte. Die Sternsinger geben den Straßenkindern in Mumbai eine neue Perspektive für ihr Leben.

Weihnachten schafft Gegenbilder zu unserer Wirklichkeit, stützt die Hoffnung, setzt Kräfte frei gegen Resignation und Zynismus. Wir brauchen das Weihnachtsfest nicht nur für ein paar besinnliche und schöne Tage, sondern als Gegenentwurf gegen die tägliche Gewalt und Menschenverachtung. Weihnachten macht Hoffnung und stärkt unseren Glauben. Das verändert die Wirklichkeit. Deswegen ist Gott Mensch geworden, um mit seiner Liebe unsere Leben zu verändern.

Ich wünsche Ihnen frohe und gesegnete Weihnachten und Gottes Segen für das Jahr 2017.

Ihr

Unterschrift Sülzenfuss
Karl-Heinz Sülzenfuss, Pfarrer und Leiter der Gemeinde

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