4. Woche 2017

Einheit in der Verfolgung ...

So fängt das heutige Sonntags-Evangelium an: Johannes der Täufer wurde von König Herodes ins Gefängnis geworfen. Johannes hatte ihm mutig sein unmoralisches und ungerechtes Verhalten vorgeworfen. Das konnte König Herodes nicht ertragen. Jesus zieht sich daraufhin aus der Gefahrenzone zurück und geht nach Galiläa. Nicht nur die Bibel berichtet über den Täufer, sondern auch der jüdische Historiker Josephus (37-100 n. Chr.) In einem seiner Bücher beschreibt er den Täufer als eine Mann, der seine tiefste Überzeugung kundtut; der die Menschen ermahnt, Tugend, Gerechtigkeit und Frömmigkeit zu üben. Er machte mit seiner Ermahnung vor Herodes nicht Halt, was ihm ungerechte Verhaftung und Schluss endlich die Hinrichtung einbrachte.

Ungerechtigkeit und Verfolgung ist leider nicht nur ein Phänomen des Altertums. Auch heute werden Christen verfolgt und diese Verfolgung vieler Christen oder Unterdrückten, beraubt sie ihrer Rechte. Der Präsident des Päpstlichen Rates für die Förderung der Einheit der Christen in Rom, Kardinal Kurt Koch sagte bei einem Kongress zur Christenverfolgung heute: Christen werden heute nicht verfolgt, weil sie katholisch oder orthodox, protestantisch oder pfingstkirchlich sind. Das Martyrium ist heute ökumenisch, und man muss von einer eigentlichen Ökumene der Märtyrer sprechen. Für die Verfolger sind wir nicht geteilt, sind wir nicht Lutheraner, Orthodoxe, Reformierte, Katholiken. Nein, wir sind eins. Wir sind Christen.

Wir sind alle Jüngerinnen und Jünger Jesu Christi. Er ist der Einigungspunkt, den wir auch im Jubiläumsjahr der Reformation in den Blick nehmen. Und es kommt darauf an, dass wir dies nicht nur glaubend bekennen, sondern auch in unserem Handeln und in unserer Haltung ausdrücken.

Vom 18.- 25. Januar ist die Gebetswoche um die Einheit der Christen. Von außen werden wir als Christen angesprochen, nicht nach Konfessionen getrennt. In unserem Stadtteil arbeiten wir vor allem mit den evangelischen Christen sehr eng zusammen, sowohl in der Caritas und Diakonie wie auch in den Gottesdiensten mit den Schulkindern. Wir wirken als Christen in den Stadtteil hinein. Im Alltag gelingt die Ökumene.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag

Unterschrift Sülzenfuss
Karl-Heinz Sülzenfuss, Pfarrer und Leiter der Gemeinde

Bild: Nicolas Schnall (pba), pfarrbriefservice.de

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