39. Woche 2014

Liebe Schwestern und Brüder!

„Die Welt ist ein Dorf!“, rufen wir aus, wenn wir auf einer Reise weit weg von zu Zuhause einen Bekannten oder eine Nachbarin treffen. Die Welt ist ein globales Dorf geworden. Das erleben wir nicht nur bei Lebensmitteln, die von weit her kommend unser Essen bereichern. Kleidung, die wir täglich tragen, kommt aus Asien. Mein Computer, auf dem ich diese Zeilen schreibe, ist in China zusammengebaut. Rosen oder Nelken, die im Winter unsere Wohnungen zieren, kommen aus Kenia.

Die Welt ist ein Dorf. Das erlebe ich zusammen mit den anderen Helfern in der Caritas- und Diakonie-Sprechstunde jeden Dienstag: Christen, die aus dem Irak geflohen sind und bei uns Asyl finden, Jessiden aus Syrien, die vor dem Terror geflohen sind, Christen aus Palästina, die zwischen die Fronten von Israelis und Palästina geraten. Fast vergessen scheinen die koptischen Christen zu sein, die aus Ägypten vor einiger Zeit geflohen sind und sich in unserer Pfarrei am Pöhlenweg zum Gottesdienst treffen.

Was uns Helfern in der Caritas-Diakonie-Sprechstunde besonders berührt, ist die Zerrissenheit der Familien: Einem Teil ist die Flucht zu uns nach Gerresheim gelungen. Sie finden Unterkunft in der Heyestraße. Ein anderer Teil ist in einem Flüchtlingslager, z. B. in der Türkei. Andere aus der Familie haben sich bei der Flucht verloren und sind wahrscheinlich noch in Syrien oder Irak oder leben nicht mehr. Kontakt zueinander auf zu nehmen, geht leider nicht. Diese Ungewissheit zerreißt die Menschen.

Caritas wie auch Diakonie versuchen, die Globalisierung menschlicher zu machen – vor Ort in den Krisengebieten wie auch hier bei uns.

Heute ist bundesweit in den Diözesen der Caritas-Sonntag. Die Kollekte an diesem Sonntag wird geteilt: ein Teil verbleibt in der Gemeinde, der andere Teil ist für den weltweiten Einsatz der Caritas. Wie gesagt: die Welt ist ein Dorf.

Sehr dankbar bin ich den Menschen, die das Jahr über die Caritas-Arbeit in unserer Pfarrei durch Ihre Spenden ermöglichen. Besonders hilfreich ist hier die Bürgerstiftung Gerricus, die viele Spenden für die Caritas einsammelt. Auch Türkollekten, die wenigen Haussammlungen und die Einzelspenden sind sehr hilfreich. Und natürlich gilt mein Dank allen Helfern hier vor Ort in der Pfarr-Caritas. Ermutigend ist die gute ökumenische Zusammenarbeit bei uns.

Schließen möchte ich mit einem Gebet:

Herr Jesus Christus,
der du von einer hebräischen Mutter geboren,
aber voll Freude warst über den Glauben einer syrischen Frau
und eines römischen Soldaten;
der du die Griechen, die dich suchten, 
freundliche aufgenommen hast und zuließest,
dass ein Afrikaner dein Kreuz trug –
hilf uns, Menschen aller Rassen und Nationalitäten,
aller Farben und Schichten
als Miterben in dein Reich zu bringen. Amen.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag.

Ihr

Unterschrift Sülzenfuss
Karl-Heinz Sülzenfuß, Pfarrer i. R.

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