27. Woche 2017

Gastfreundschaft

…heißt: Ich darf ohne Wissen kommen und ohne schlechtes Gewissen wieder gehen. Angesichts der vielen hundert Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, die jedes Jahr bei unseren Festgottesdiensten, Katechesen und Sakramentenspendungen als Zaungäste bei uns vorbeischauen ist diese christliche Haltung ein Gebot der Stunde. Doch wir tun uns schwer damit: Unsere Willkommensangebote für Neuzugezogene haben keine Resonanz gefunden, Eltern unserer Erstkommunionkinder eine Möglichkeit zum Austausch zu bieten ist kaum mehr möglich, in vielen Kreisen, Gruppen und Vereinen bleiben wir letztlich unter uns. Uns blockiert dabei eine andere Haltung, nämlich die des Haltens: Wir möchten ja gar nicht, dass diese Menschen wieder gehen, sondern, dass sie bleiben und unsere Kirchen und Gruppen wieder voll machen. Sie ist menschlich und spricht von einer tiefen Sehnsucht. Aber sie ist unrealistisch. Und das schon seit mindestens 20 Jahren.

Vielleicht können uns diese Worte Jesu aus dem Sonntagsevangelium nach vorne bringen: „Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.“

Es geht nicht um uns, es geht um Christus. Er ist der Dreh- und Angelpunkt aller Gastfreundschaft, nicht unsere Gemeinde. Wenn wir Gäste aufnehmen geht es nicht darum, unsere Gemeinde wieder voll zu machen, sondern Christus aufzunehmen und ihn unseren Gästen anzubieten. Er ist der Becher frisches Wasser, den wir ihnen reichen. Das ist unsere Aufgabe: Ihnen das frische, lebendige Wasser zu reichen. Das geht sehr gut auch an Zäunen - Christus spricht hier nicht von einer lebenslangen Beherbergung. Und glauben Sie mir: Menschen, Wasser, Becher und Zäune haben wir genug!

Bei der nächsten PGR-Sitzung am Donnerstag, 06.07., um 19:30 Uhr in St. Ursula wird es auch um solche Haltungen gehen, unser Konvent hat uns dazu angestiftet. Kommen Sie gerne dazu – Gäste sind immer willkommen.

A bientôt et un dimanche béni!

Unterschrift Herz
Markus Herz, Pastoralreferent

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