12. Woche 2019

Evangelium 1. Fastensonntag, Lukas 9,28b-36

Die Verklärung Jesu

28 In dieser Zeit nahm Jesus Petrus, Johannes und Jakobus mit sich und stieg auf einen Berg, um zu beten. 

29 Und während er betete, veränderte sich das Aussehen seines Gesichtes und sein Gewand wurde leuchtend weiß. 

30 Und siehe, es redeten zwei Männer mit ihm. Es waren Mose und Elija; 

31 sie erschienen in Herrlichkeit und sprachen von seinem Ende, das er in Jerusalem erfüllen sollte. 

32 Petrus und seine Begleiter aber waren eingeschlafen, wurden jedoch wach und sahen Jesus in strahlendem Licht und die zwei Männer, die bei ihm standen. 

33 Und es geschah, als diese sich von ihm trennen wollten, sagte Petrus zu Jesus: Meister, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste aber nicht, was er sagte. 

34 Während er noch redete, kam eine Wolke und überschattete sie. Sie aber fürchteten sich, als sie in die Wolke hineingerieten.

35 Da erscholl eine Stimme aus der Wolke: Dieser ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören. 

36 Während die Stimme erscholl, fanden sie Jesus allein. Und sie schwiegen und erzählten in jenen Tagen niemandem von dem, was sie gesehen hatten.

Die erste Fastenwoche ist nun schon um. Sind Sie mit Ihren Fastenvorsätzen noch dabei oder mussten Sie auch schon die Erwartungen zurückschrauben?

Unser Wunsch, sich in den Tagen zur Vorbereitung auf das Osterfest mehr mit dem Wort Gottes und den hier verschlüsselten Botschaften zu beschäftigen, ist bestimmt noch in Ihren Herzen.

Das Evangelium des Sonntags der 2. Fastenwoche beschäftigt sich mit dem Kern unseres Glaubens ohne Wenn und Aber: mit der Offenbarung Jesu.

  • Doch wie geht das? Offenbart sich Jesus auch uns? Unserer Pfarrgemeinde?
  • Wo und wie?
  • Mit viel Spektakel und „Event“ oder im Stillen und Verborgenen?
  • Können wir den Erwartungen Jesu entsprechen oder versagen wir?
  • Sind wir bereit für Neues oder wollen wir an alten Dingen festhalten?
  • Dürfen wir mutig sein oder müssen wir uns fürchten?
  • Gibt uns das Evangelium hier heute Antworten oder vernebelt es?

In Vers 29 gibt uns Jesus einen Hinweis wie ER sich seinem Vater nähert: durch beten! Gelingt es uns in unserem täglichen Gebet, uns Gott zu nähern, sind wir bereit ihn in uns aufzunehmen?

Durch das Gebet verändert Jesus sein Wesen - Der Dialog mit Gott, verändert er auch uns, und zwar sichtbar? Wie können die 93% Getauften, die nicht regelmäßig die Eucharistiefeier besuchen, erkennen, dass wir aus dem Gebet leben?

Petrus und seine Begleiter sind in diesem entscheidenden Moment eingeschlafen. Haben sie das Wichtigste verschlafen? Versäumen wir auch unsere wichtigsten Momente, Entwicklungen in der Gesellschaft, in der Kirche in Deutschland, in unserer Pfarrgemeinde?

Die ganze Offenbarung geht fast geräuschlos vonstatten, ohne Tamtam und Trara. Sind wir offen für die unspektakulären, aber entscheidenden Augenblicke in unserem Leben und in unserer Gottesbeziehung?

Jesus ist mit seinen Begleitern den Berg Tabor hinaufgestiegen, und sie wurden von einer Wolke überschattet, plötzlich und ohne Vorwarnung. In einer Wolke auf einem Berg verliert man nicht nur die Sicht, sondern auch die Orientierung und kann leicht in Panik geraten, aber gerade in diesem Moment erhellt Gott die Menschen, indem er seinen Sohn offenbart und gerade in der aussichtslosen Situation Orientierung und Halt und Perspektive gibt.

Ist das nicht DIE Hoffnung auch für uns, wenn wir gerade orientierungslos sind, wenn die Gemeinde sich neu ordnen muss und auch die Kirche gerade in Zeiten von Missbrauchsaufklärung im Nebel ist?

In den Charts besingt Herbert Grönemeyer das Sekundenglück, den einen Glücksmoment, der das Leben prägt und verändert; er spricht von einem „Stück Himmel“. Ist es das, was Petrus im Moment des Erkennens von Jesus, Mose und Elias empfindet? Will er deshalb drei Hütten bauen, um den Moment zu bewahren?

Wollen auch wir den Moment sichern und uns nicht der Zukunft stellen?

Das sind viele Fragen, aber letztlich lebensrichtungsentscheidende Fragen, denen wir uns stellen müssen. Aber wie?

Die Antwort gibt uns auch das Evangelium: Dies ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!

Und wenn wir das getan haben, dann wäre es doch schön, wenn wir von dieser tollen Botschaft auch erzählen! Lassen wir andere teilhaben, sei es in kleinen Gruppen, in denen wir die Heilige Schrift teilen, aber gerade auch im Alltag draußen!

Wir haben doch wirklich Antworten auf Fragen und haben etwas zu sagen!

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