August 2026
Urlaub, Ferien, entspannen – und dann?
Als ich noch ein Kind im Vorschulalter war, sind meine Eltern mit mir nach Mallorca ans Meer gefahren. Das Erste, was wir dort gemacht haben, war der Kauf eines kleinen Fischernetzes für Kinder. Mit diesem Netz habe ich dann stundenlang begeistert versucht, kleine Fische zu fangen. Gelungen ist mir das zunächst nicht. Trotzdem ließ ich mich von den vielen Misserfolgen nicht entmutigen und fischte immer weiter – bis ich schließlich tatsächlich einen kleinen Fisch erwischte.
Und was habe ich dann gemacht? Ich habe ihn wieder freigelassen. Ich habe ihn nicht in einen Eimer gesperrt, wo er mangels Sauerstoff und ohne seinen Schwarm eingegangen wäre. Stattdessen habe ich einfach weitergefischt – ganz ohne Leistungsdruck.
Ferien eben. Entspannt.
Wäre es nicht schön, wenn wir alle diese Gelassenheit aus den Ferien mit in unseren Alltag nehmen würden? Wenn wir den hohen Anspruch einfach am Urlaubsort zurückließen? Entspannt leben. Entspannt arbeiten. Ohne Druck in unseren Familien. Ohne Druck in unserer Freizeit. Und auch ohne den Druck, andere missionieren zu müssen oder Gottesdienstbesucherzahlen erreichen oder steigern zu wollen.
Ohne Druck heißt nicht ohne Ziel.
So können auch wir als Christen „Menschenfischer“ sein – nicht durch Zwang oder Überredung, sondern durch das glaubwürdige und gelassene Vorleben unseres Glaubens.
Und lassen wir die Menschen frei. Ohne Druck der Kirche, ohne überflüssige Auflagen, ohne Fesseln. Denn echter Glaube wächst in Freiheit.
Dann werden wir selbst entspannter, gelassener und dadurch auch glaubwürdiger.
Jesus hat den Menschen keine Bedingungen gestellt, bevor er sie liebte. Er hat bedingungslos geliebt und keine Erfolgsquoten eingefordert.
Leben wir das Evangelium – und schauen wir vertrauensvoll, was ins Netz geht.

Kay Adam, Diakon