42. Woche 2020

Liebe Schwestern und Brüder,

ein Hochzeitsfest ist doch ganz bestimmt eines DER Highlights im Leben! Es wird heute noch viel mehr als zu meiner Zeit lange, lange vorher geplant, organisiert, Kleid und Anzug werden ausgesucht, und ganz wichtig: die richtige Location, um richtig feiern zu können, es so richtig krachen zu lassen. Ganz unabhängig vom einzelnen Glauben, ob Christen, Juden oder Moslems, ob Hindu oder die Gottheit eines afrikanischen Stammes oder gar ohne Religion, das Fest muss groß sein, und man möchte sein Glück mit allen Gästen teilen!

Stellen wir uns vor, wir laden ein, und keiner will kommen! Wie schrecklich! Ich glaube, ich wäre total beleidigt und würde schmollen und das Fest absagen. Der König im heutigen Gleichnis resigniert aber nicht, er lädt die Gäste nochmal ein und beschreibt sogar die Speisekarte, er spart nicht, er trägt richtig auf! Und, nein es kommen immer noch keine Gäste, sie verhöhnen ihn gar oder wenden Gewalt an.

Was tut er nun?

Er lässt die unwürdigen Gäste umbringen aus Zorn und lädt alle Menschen ein, die er trifft, und feiert mit denen ein Fest, die niemals eingeladen worden wären, alles Menschen, egal ob böse oder gut, egal ob reich oder arm, egal welches Geschlecht, welche Hautfarbe. Er lädt alle Menschen ein. Aber, einer fällt ihm ins Auge, einer der sich nicht richtig gewandet hat, einer der nicht bereit ist, dieser wird vom Festmahl verstoßen.

Für uns Christen heißt das doch, wir sind nicht Christen für Christen, für eine elitäre Gruppe, für eine Gruppe die sich eventuell gar nicht mehr um den Kern, um das Christentum und die Kirche kümmert, die sich nicht mehr rufen lässt, sondern: Wir sind Christen für alle Menschen, egal ob reich oder arm, ob in der Mitte der Gesellschaft oder am Rand. Unser christliches Bewusstsein ist Dienst und Einladung am Menschen durch die Gottebenbildlichkeit, durch die Würde des Menschen. Laden wir doch alle ein, mit uns zu feiern, mit uns Hochzeit zu feiern, ein Fest der Nächstenliebe und der Vergebung und dies nicht aus reiner Missionierung, mit einem Zweck, sondern einfach aus Freude an unserem Leben, unserem Leben aus dem Glauben, aus der Frohen Botschaft heraus.

Seien wir kreativ, mutig, gehen wir auf die Menschen zu! Das wichtigste aber: Grenzen wir keinen aus!

Euch und Ihnen einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche

Ihr

Unterschrift Adam
Kay Adam, Diakon in Ausbildung

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