39. Woche 2021

Liebe Schwestern und Brüder,

an diesem Wochenende beschreibt uns Markus die Probleme der frühen Jüngergemeinschaft. Und wenn wir genau hinschauen, sehen wir, dass sich nichts geändert hat. Die Probleme um Macht, um Alleinstellung und Hierarchie gab es damals genauso wie heute.

Es geht um eine Gruppe Christusanhänger, die in seinem Namen Kranke heilen, den Dämon verjagen. Aber die Gruppe gehört nicht zum “inner circle”, nicht zum Kern, nicht zu denen, die meinen, sie hätten das alleinige Recht, die alleinige Beauftragung.

Johannes ist es, der Jesus empört davon mitteilt und gar ein Lob erwartet. Schließlich will er, vermutlich in bester Absicht, die Gruppe zusammenhalten. Sie, die Jünger, sind doch die einzigen, die so nahe an Jesus sind, dass sie die Botschaft allein am besten verstehen können. Andere können das bestimmt nicht so gut und eher fehlerhaft.

Aber Jesus schreitet ein! Doch ganz anders, als es seine Jünger wohl erwartet haben: Jesus lobt und bestärkt die andere Gruppe. Die, die an Ihn glauben, sind beauftragt zu heilen - und nicht nur die, die von ihm selbst auserwählt sind.

Jesus spricht von “den Kleinen” und meint die Diener und Dienerinnen, die Diener und Dienerinnen Gottes.

Es geht ihm also nicht um die Stärkung derjenigen, die er als seine Führungspersönlichkeiten, auch über seinen Tod hinaus, berufen hat, sondern um die Menschen, die seinen Glauben verinnerlicht haben und weitertragen und dadurch das Heil in die Welt bringen.

Er geht sogar noch einen Schritt weiter, er warnt die Jünger die Gläubigen zu maßregeln. Dieses brandaktuelle Evangelium passt perfekt in diese Woche. Bischof Bätzing hat zur Eröffnung der Herbstvollversammlung der Bischöfe genau diese zur Umkehr ermahnt. Zum Neuanfang und nicht zur Nachbesserung!

Der Pastorale Zukunftsweg soll befähigen statt befehlen, ermutigen statt maßregeln, uns im Glauben erfreuen statt frustrieren.

Machen wir uns auf und verbreiten wir alle, alle gläubige Christen und Christinnen, die Frohe Botschaft und heilen wir damit unsere Seelen und die unserer Mitmenschen durch Begeisterung und Freude! Trauen wir uns was!

Gott traut uns auf alle Fälle alles zu!

Euch und Ihnen einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche

Ihr

Unterschrift Adam
Kay Adam, Diakon in Ausbildung

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