28./29. Woche 2022

Liebe Schwestern und Brüder,

ein altbekanntes Gleichnis, wenn nicht sogar eines der bekanntesten Gleichnisse überhaupt, und doch immer wieder aktuell, stellt uns Lukas heute im Evangelium vor. Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter!

Was macht der Samariter anders als der Priester und Levit, der Gelehrte? Was macht der Gegner der Juden - Samariter und Juden führten eine offene und unbarmherzige Fehde - besser? Die intellektuelle und die geistliche Oberschicht kümmert sich nicht um den Bedürftigen, den Halbtoten am Wegesrand, den Verletzten aus eigenen Reihen. Der Samariter aber, ungeachtet aller Fehden, hört auf sein Herz und das Gottesgebot „Liebe Deinen Nächsten“, und er ist vorbereitet! Er hat Medizin dabei, er hat Geld dabei und eine Vision, eine Vorstellung, wie er helfen kann.

Aus dieser umgesetzten Vision entstand unser gesamtes Caritas- und Diakoniekonzept, ja sogar ins Grundgesetzt hat er, der Samariter aus Jesu Gleichnis, uns gebracht, denn es ist strafbar, Hilfe zu verweigern. Was tut der Samariter aber? Wie können wir das in die Jetztzeit übersetzen? Er setzt Medikamente ein, er handelt vor Ort, direkt ohne Bürokratie, er trägt den Verletzten zur Herberge mit seinem Reittier, er bezahlt für weitere Pflege, und, was ich persönlich für das Wichtigste halte, er kümmert sich auch später, er kommt wieder, um nach dem Gesundheitszustand des Verletzten zu schauen.

Und wir heute?

Mit „Margareta hilft“ haben wir vor Ort ein solches System eingeführt! Wir sehen, wo die Not ist, sei es nach der schlimmen Überschwemmung hier in unserer Gemeinde, sei es in dem katastrophalen Krieg in der Ukraine. Wir handeln vor Ort, aber auch überregional. Wir beschaffen mittels Spenden notwendige Dinge, wie zum Beispiel Speisen, als der Strom in den Überschwemmungs-gebieten fehlte, Elektrogroßgeräte, die zerstört wurden oder Medikamente, ganz aktuell in Höhe von 20.000 Euro, für die betroffenen Menschen in der Ukraine sowie auch Dinge des alltäglichen Bedarfs für die Flüchtlinge hier vor Ort. Und wir gehen zu den Menschen, hin zur Not!

Und wir als Gemeinde kümmern uns auch danach, wir besuchen die Flutopfer weiter, wir betreuen Flüchtlinge und Flüchtlingsfamilien hier vor Ort, um anzukommen, um am „normalen“ friedlichen Leben teilzunehmen.

Halten auch Sie die Augen auf, die Augen der Nächstenliebe! Bestimmt gibt es ganz unmittelbar vor Ihrer Haustüre, in der Familie Not, Not, in der Sie und wir helfen können. Nächstenliebe ist das Gebot der Stunde!

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Woche!

Unterschrift Adam
Kay Adam, Diakon in Ausbildung

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