26. + 27. Woche 2026

Liebe Schwestern und Brüder,

es vergeht kein Tag, an dem nicht der Begriff KI (künstliche Intelligenz) in den Nachrichten vorkommt. Jeder von uns spürt, dass hier etwas Gewaltiges im Gange ist, dass wir kaum erahnen können, vielleicht die größte technische Revolution der Menschheit. Gut das in dieser Situation mit Papst Leo XIV. eine weise und vom Glauben inspirierte Stimme zu hören ist. So greift er mit seiner Sozialenzyklika „Magnifica humanitas“ (Großartige Menschheit), vom 15. Mai 2026 die Herausforderungen mit der Künstlichen Intelligenz auf und betont die Notwendigkeit, KI zu entwaffnen und die Verantwortung für deren Nutzung klar zu definieren, um Ungerechtigkeiten und neue Abhängigkeiten zu vermeiden. Schon der erste Satz dieser Enzyklika fasst die tieferliegenden Gründe und die Absicht des Schreibens zusammen: „Die von Gott geschaffene großartige Menschheit steht heute vor einer entscheidenden Wahl: Entweder sie errichtet einen neuen Turm zu Babel oder sie erbaut die Stadt, in der Gott und die Menschheit gemeinsam wohnen.“

Das Gegenbild zu Babel ist Pfingsten: Verständigung statt Sprachlosigkeit, Offenheit statt Kontrolle, Beziehung statt Einsamkeit, Erneuerung statt Selbstoptimierung. Pfingsten beginnt dort, wo Menschen sich wieder für Gottes Geist öffnen. Es ist die Bewegung weg von der Frage „Was kann ich leisten?“ hin zu der tieferen Frage: „Wozu lebe ich?“ Als Christen dürfen wir in Erinnerung rufen, dass der Mensch Geschöpf Gottes ist und sein Ziel in Gott begründet ist. Sein Heiliger Geist, der uns geschenkt ist, kann im Zeitalter von KI die Zivilisation der Liebe zur Reife bringen. So dürfen wir vertrauensvoll beten: „Komm, Heiliger Geist, erneure das Angesicht der Erde!“, damit auch zukünftig das Zeugnis von der Schönheit einer großartigen Menschheit, in der Gott gegenwärtig ist, erstrahlt.

Ihr

Unterschrift Federhen
Pfarrer Joachim Federhen

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