13. + 14. + 15. Woche 2026
Liebe Schwestern und Brüder,
der Abschnitt Johannes 11,1–45 gehört zu den eindrucksvollsten und zugleich tiefgründigsten Erzählungen des Johannesevangeliums. Im Mittelpunkt steht die Auferweckung des Lazarus – ein Zeichen, das nicht nur Jesu Macht über den Tod offenbart, sondern auch sein Wesen als „Auferstehung und Leben“ sichtbar macht. Die Geschichte verbindet menschliche Erfahrung von Trauer, Verlust und Hoffnung mit einer tiefen theologischen Botschaft über Glauben und Vertrauen.
Die Begegnung Jesu mit den Schwestern Marta und Maria zeigt, dass Gott das menschliche Leid nicht fern und unbeteiligt betrachtet. Jesus begegnet der Trauer der Menschen mit Mitgefühl – er weint selbst.
Gleichzeitig führt er die Anwesenden zu einer tieferen Erkenntnis: Der Tod hat nicht das letzte Wort. In Jesus wird eine Hoffnung sichtbar, die über das Sichtbare hinausgeht. Die Auferweckung des Lazarus ist im Johannesevangelium das letzte und größte der sogenannten „Zeichen“. Sie weist bereits voraus auf Jesu eigenen Tod und seine Auferstehung. Dadurch wird die Erzählung zu einem Schlüsseltext: Sie lädt uns dazu ein, darüber nachzudenken, wer Jesus ist und was es bedeutet, an ihn zu glauben.
Jesu Leiden, Sterben und Auferstehen feiern wir in Kürze und damit das Zentrum unseres Glaubens. Im Namen des Pastoralteams unserer Pastoralen Einheit Düsseldorfer Osten wünsche ich euch und Ihnen allen eine gesegnete Karwoche und ein frohes und glaubensstärkendes Osterfest.

Oliver Steinbrecher, Diakon