05. + 06. Woche 2026
Einladung des Apostel Paulus an uns (1 Kor 10.13-17)
„Ich ermahne euch im Namen Jesu Christi“ – so schreibt Paulus an die Gemeinde in Korinth. Ein Satz, der uns auch heute noch aufhorchen lässt. Denn „Mahnen“ klingt schnell nach Kritik oder erhobenem Zeigefinger. Doch Paulus mahnt nicht, um Recht zu behalten, sondern um zur Einheit im Glauben zu führen – im Namen dessen, der uns alle verbindet: Christus.
Auch wir kennen die Spannungen, die entstehen, wo Menschen gemeinsam glauben, arbeiten und Verantwortung tragen. Unterschiedliche Meinungen, Erwartungen und Wege gehören zum Leben. Doch die Mahnung von Paulus erinnert uns daran, worum es im Kern geht: nicht um das eigene Recht, sondern um das gemeinsame Zeugnis für das Evangelium.
In der christlichen Gesellschaftslehre spricht man vom „Gemeinwohl“ – dem Wohl aller, das über Eigeninteressen hinausweist. Dieses Denken prägt auch unser Miteinander in der Kirche: Solidarität, Gerechtigkeit und Liebe sind keine großen Worte, sondern konkrete Haltungen, die unseren Alltag menschlicher machen.
Paulus lädt uns ein, Christus in den Mittelpunkt zu stellen – als Maßstab und Mitte. Wo wir das tun, wächst echte Gemeinschaft, und die Mahnung wird zur Ermutigung: dass wir nicht gegeneinander, sondern miteinander Kirche sind – als lebendiges Zeichen der Liebe Gottes in unserer Zeit.
Ihr

Reiner Linnenbank, Diakon