Weihrauch-Schwenkverbot in Düsseldorfer Kirchen?

Wegen der erhöhten Feinstaub- und Schadstoffbelastung könnten Hochämter bei uns bald anders aussehen.

Hinweis: Beim Lesen dieser Nachricht auf das Datum achten, an dem diese Nachricht erstellt wurde - April, April!

Nach der öffentlichen Diskussion rund um Diesel-Fahrverbote in einigen Innenstädten folgt nun die nächste Maßnahme zur Verbesserung der Luftqualität, die uns als Christen besonders betrifft - es geht um den Weihrauch, der besonders bei katholischen Hochämtern gerne eingesetzt wird.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben zuletzt ergeben, dass in einem üblichen Hochamt durch unsauber verbrannten Weihrauch und unsachgemäß entzündete Kohle die Feinstaubbelastung der Gemeinde um durchschnittlich 104% über den erlaubten Grenzwerten liegt. Besonders gefährdet sind demnach die Gottesdienstbesucher in den vorderen Reihen. Die Sprecherin des Katholischen Umweltamtes April Iokus bestätigte nun, dass es auch in der katholischen Kirche keine Denkverbote geben dürfe, wenn es um die Gesundheit der Gläubigen gehe.

 

Vorbeugende Maßnahmen

Als erste Maßnahme sollten die Messdiener einen anderen Schwenk-Algorithmus erlernen, der die Belastung weniger auf bestimmte Bereiche konzentriert. Das bedeutet z.B. mehr kreisförmige Schwenkbewegungen anstelle des sonst üblichen "Vor-Zurück". Dadurch soll der Rauch gleichmäßiger im gesamten Kirchenraum verteilt werden. Die genaue Justierung muss an das jeweilige Kleinklima in den Kirchengebäuden angepasst werden, da z.B. auch Luftströme durch Heizungsanlagen die optimale Schwenkfolge beeinflussen. Erste Schulungstermine dafür werden in den nächsten Tagen bekanntgegeben.

Der Vorsitzende der Vatikanischen Weihrauchwerke (VW) versicherte, dass dieses "Software-Update" die Rauchentwicklung zuverlässig auf das gesetzlich vorgeschriebene Maß verringern sollte. Das hätten interne Tests ganz ehrlich mehrfach bestätigt.

Dennoch sind weitere Maßnahmen nicht ausgeschlossen. Die Gemeinde St. Margareta geht hier wie fast immer mit Vorbildcharakter voran und hat bereits einige Testläufe mit besonders emissionsarmen Weihrauchfässern durchgeführt. Pfarrer Boss konnte eines dieser hochentwickelten Weihrauchfässer während seiner Einführung selbst testen (siehe Bild). Wirklich überzeugend ist diese Lösung jedoch nicht. Zwar rauchen diese Weihrauchfässer weniger, aber dafür kommt auch weniger Rauch aus den Fässern - das kann ja nicht die Lösung sein.

E-Weihrauch als Alternative?

Eine zukunftsträchtige Entwicklung könnten elektrisch betriebene Weihrauchfässer sein. Damit wären zumindest die Verbrennungsrückstände der Kohlestücke vom Tisch bzw. aus der Luft. Auch hier laufen erste Versuche, die allerdings noch nicht die gewünschte Reichweite erlangen. Spätestens nach der Volksinzens sind die heute verfügbaren Akkus bereits leer, so dass für das Hochgebet ein zweites Fass benutzt werden müsste.

In den Kirchenboden eingelassene Induktionsspulen, die die E-Weihrauchfässer während der Benutzung aufladen könnten, sind aus Gründen des Denkmalschutzes oft nicht möglich, und natürlich auch sehr kostenintensiv.

Wie auch immer die Entwicklung vorangeht - wir werden Sie weiter darüber informieren.

Bilder: oben: Creative Commons License Laura Thomas, bilder.erzbistum-koeln.de, mitte: Michael Kenning, unten: pixabay.com, gemeinfrei

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