Hippolyt von Rom

hippolyt
Der Hl. Hippolyt. Skulptur des Bildhauers Heiermann im Brunnengarten von St. Margareta, Düsseldorf

Hippolyt, geboren um 170 in Kleinasien oder Alexandria, war ein einflußreicher Kleriker in Rom und der fruchtbarste griechische Kirchenschriftsteller im Westen, verlor wegen der Latinisierung der römischen Kirche jedoch bald an Bedeutung. Aus sozialen und theologischen Gründen lehnte er Callistus I. ab, der 217 römischer Bischof wurde,  und ließ sich von seinem Anhängern zum Gegenbischof wählen. Damit wurde Hippolyt zum ersten 'Gegenpapst', und blieb es auch noch unter den Pontifikaten von Urban I. und Pontianus. 235 wurde er im Zuge der Christenverfolgungen durch den römischen Kaiser Maximus Thrax zusammen mit Pontianus ins Exil nach Sardinien vertrieben, wo beide im Bergwerk arbeiten mussten. 235 dankten beide ab, versöhnten sich und starben - wohl an den Strapazen - in der Verbannung.

Hippolyts Werk "Widerlegung aller Häresien", verfasst nach 222/223, dient noch immer als historische Quelle zum Verständnis des Gnostizismus. Er verfasste auch eine umfassende Schrift zur Organisation der Kirche sowie einen Kommentar zum Buch Daniel, den ältesten vollständig erhaltenen christlichen Kommentar zur Bibel überhaupt.

Von großer Bedeutung war Hippolyt für die Liturgie: das zweite Hochgebet geht in weiten Teilen auf ihn zurück. Es wird heute häufig gebraucht, weil es vergleichsweise kurz ist.

Hippolyt wurde zusammen mit Pontianus am 13. August 236 in Rom beigesetzt. Die Verehrung in Rom ist schon im 4. Jahrhundert nachgewiesen. Über den Verbleib seiner Gebeine gibt es verschiedene Auffassungen: so wird berichtet, sie seien im 18. Jahrhundert nach St. Pilt im Elsass gebracht worden. Der Bonner Theologe und  Kirchenhistoriker Hubert Jedin geht davon aus, dass die Gebeine im 9. Jahrhundert nach Gerresheim übertragen wurden. Als die hochadeligen Stiftsdamen vor den Ungarn im Jahre 919 nach Köln flohen, nahmen sie die Reliquien mit. Dort verblieben sie nach der Rückkehr der Kanonissen für lange Zeit.

1949 bat der Kirchenvorstand von St. Margareta bei der Visitation durch Kardinal Frings, man möge die Reliquien zurück geben. Diesem Wunsch stimmte sowohl der Kölner Erzbischof als auch die römische Kurie zu. So kehrten sie am 9. August 1953 nach Gerresheim zurück, in die Stiftskirche, die nicht mehr den Namen des Heiligen trug, sondern den Namen der alten Pfarrkirche St. Margareta übernommen hat.

Gedenktag: 13. August


Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon, LTHK 2. Auflage, Bd.5, 378-380.