47. Woche 2017

Liebe Gemeindemitglieder,

Ich gehe wieder zur Schule! In sieben Tagen lerne ich hier, wie das Wort, das wir am heutigen Sonntag von Jesus Christus hören, in unserem Lebens- und Arbeitsraum, aber auch im ganzen Erzbistum in die Tat umgesetzt werden kann.

Unser Erzbischof hat uns seit seinem Amtsantritt ja immer wieder ermutigt, mit ihm zusammen über unsere Visionen, Talente, Charismen ins Gespräch zu kommen, über neue Wege nachzudenken, sie zu suchen und auch zu gehen. Stück für Stück beginnen diese Wege nun tatsächlich sichtbar zu werden, zeigen sich Konturen, können Menschen von neuen Wegen erzählen, ermutigen, inspirieren. Aber es werden natürlich auch viele Fragen, Hindernisse und Unsicherheiten erkennbar. Und deswegen gehe ich nun in die Schule.

Es ist etwas wirklich Neues, eine Art „Kirchenschule“. Auch für sie gilt: Nicht für die Schule lernen wir, sondern für‘s Leben! „Das Leben“ ist der Weg aller Getauften in die pastorale Zukunft unserer Gemeinde(n). „Wir“ sind in der Entwicklungsphase zunächst 25 Mitarbeiter/innen des Erzbistums Köln aus Seelsorge, Verwaltung, Priesterausbildung, geistlicher Begleitung und Weiterbildung. Bald schon aber wird diese Kirchenschule ein guter und hilfreicher Lernort für Teams aus ehren- und hauptamtlichen Getauften aus den Gemeinden unseres Erzbistums sein.

Und WAS kann man hier lernen? Man lernt eine neue Art des Kirche-seins: Nüchterne Bestandsaufnahme der kirchlichen Realitäten / Aufmerksamkeit für die Zeichen der Zeit / Biblische Grundorientierung / lebendige Christusmitte / Volk-Gottes-Ekklesiologie / Leben und Handeln aus einem neuen Taufbewusstsein / Charismenbewusstsein und –orientierung / maximale Partizipation / geteilte Verantwortungen / liturgische Erneuerung und Vielfalt / Kirche vor Ort entwickeln und gestalten / Aufbruchs- und Umkehrbereitschaft /Stärkung der kirchlichen Sendung / neues Miteinander von Ehren- und Hauptamtlichen / fehlerfreundliches Lernen / gemeinsame Gottsuche „in allem“.

Und WIE lernt man in dieser Kirchenschule: ausschließlich by doing. Es gibt keine Vorträge, keine Lehrbücher, keine Prüfung. Es gibt nur Teams, denen der „Mann, der auf Reisen ging“ eine ganze Menge seines Vermögen anvertraut hat und die hier neu lernen können, es nicht ängstlich zu verstecken, sondern damit zu wirtschaften und dazuzugewinnen. Es geht um lokale Kirchenentwicklung und eine neue Art des Kirche-seins. Das Außergewöhnliche: Hier sind alle füreinander Lehrer/innen und Schüler/innen zugleich. „Wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben.“

….oh, meine Pause ist zu Ende. Euch und Ihnen allen wünsche ich am Sonntag eine gute Pause vom Alltag.

Euer/Ihr

Unterschrift Herz
Markus Herz, Pastoralreferent

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